Ein 1. Preis für die Tagesklinik des ZfP in Biberach

Das bauliche Konzept orientiert sich an den Grundgedanken des städtebaulichen Entwurfs, der einen zweiseitig geschlossenen Platz vorsieht. Um den Maßstab der Randbebauung aufzunehmen und den vorgeschlagenen Hochpunkt zu stärken wird für den Baukörper der Tagesklinik ein 3-geschossiger Baukörper vorgeschlagen. So entsteht ein räumlich klarer Platz, der im städtebaulich heterogenen Umfeld ruhiges Zentrum und Aufenthaltsraum für Patienten und Bewohner des Quartiers werden soll.

Um dem Platz einen intimeren Charakter zu geben werden der Zwischenbereich zur Asti-Allee und die offene Nordostseite mit halbhohen Hecken begrenzt. Eine Baumreihe mit Bänken entlang dem Verbindungsweg trennt das Vorfeld der Ladenzeile vom Platzraum. Vor dem geplanten Café im Sockel des Hochpunkts bespielen eine Baumgruppe und ein bodenbündiges Brunnensystem aus kleinen Fontänen den Platz und sorgen an heißen Tagen für angenehmen Aufenthalt. Die begrünte Böschung an der Nordostseite folgt dem Winkel der Treppe zur Schlierenbachstraße und nimmt die Zufahrt der Tiefgarage auf.

Der Zugang zur Tagesklinik erfolgt zentral von der Nordseite des Platzes. Über einen Steg im 1. Obergeschoß wird die bestehende Klinik angebunden. Die vorgesehene Tiefgarage ist in der Grundkonzeption übernommen, dabei entspricht der durch die Tagesklinik überbaute Bereich in etwa der Zahl der benötigten 25 Stellplätze. Zusätzliche Stellplätze sowie die Anlieferung werden auf der Südseite des Neubaus realisiert.

Alle Gruppenräume und die drei Behandlungsgruppen werden über einen zenital belichteten Treppenraum in der Mitte des Neubaus erschlossen. Im Erdgeschoss liegen neben Foyer, Büroräumen, Pausenraum und dem abgesenkten Multifunktionsraum auch das Restaurant mit seinen Nebenräumen. Der östliche Teil des 1. Obergeschosses nimmt die weiteren Gemeinschaftsräume auf, die als Versammlungsräume zusätzlich über den Steg angebunden sind. In der westlichen Hälfte liegt die Behandlungsgruppe 1, die sich im 2. Obergeschoß mit der Gruppe 2 räumlich wiederholt und punktsymmetrisch gespiegelt an der Westseite mit der Gruppe 3 komplettiert wird.

Die Nutzungsteile sind in dem klar gehaltenen Baukörper im Grundriss und Schnitt räumlich verschränkt und werden im zentralen Erschließungsraum verbunden. Die Fassade macht dieses Prinzip ablesbar, indem das Bekleidungsmaterial Holz in Form vertikaler Lamellen aus Douglasie durch die Ausbildung verschiedener Abstände variiert. Während die privateren Räume der Behandlungsgruppen eine klassische Lochfassadenstruktur erhalten, öffnen sich die Gruppenräume stärker. Foyer und Restaurant sind durch ein erweitertes Raster mit dahinterliegenden Holz-Pfosten-Riegel-Fassaden ablesbar.

Über die Anordnung der Räume vom gemeinsamen Treppenraum bis zu den Behandlungsräumen ergibt sich eine Abstufung von Öffentlichkeit  mit direkten Sichtverbindungen bis hin zu privaten, nach außen orientierten Bereichen. Alle Gruppen verfügen über einen zentralen Kern mit Umgang, der die Gruppe in den öffentlicheren Aufenthaltsbereich und den privateren Behandlungsbereich gliedert. Terrassen nach Süden und zum Platz ergänzen das Raumangebot und belichten den Warte- und Empfangsbereich. Die einfache und klare Grundrissstruktur mit eingestelltem Kern ermöglicht eine gute Orientierung innerhalb der einzelnen Behandlungsgruppen und bildet zusätzlich ein differenziertes Raumgefüge.

Durch konsequenten Einsatz schadstofffreier und natürlicher Baustoffe (Massivholzparkett, Kalkputze, biozidfreie Kleber und Farben, Sichtbeton, Glas, Vollholz) in Verbindung mit hoher Tageslichtnutzung entstehen behagliche Räume, die der Gesundung der Patienten dienen sollen. Der Einsatz von langlebigen konstruktiven und technischen System ist Bestandteil der wirtschaftlichen und nachhaltigen Gesamtkonzeption.

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