Richtfest in Berlin

Der fünfgeschossige Grundkomplex des sogenannten „Bendlerblocks“ entstand in den Jahren 1911 bis 1914 als Neubau für das kaiserliche Reichsmarineamt auf dem Grundstück „Reichpietschufer“ am Landwehrkanal und wurde bis 1938 Richtung Tiergarten entlang der heutigen Stauffenbergstraße erweitert. Das Erscheinungsbild des Bendlerblocks war lange Zeit geprägt von Nachkriegsinstandsetzungen und verschiedenen Umbauten.

Im Zusammenhang mit dem Regierungsumzug nach Berlin wurden die Bauteile A und B am Reichspietschufer sowie die umgebenden Freianlagen des Bendlerblocks zwischen 1997 und 2001 baulich hergerichtet und seitdem als Berliner Dienstsitz des Ministeriums genutzt.

Auf Grundlage des in 2008 von Auer Weber gewonnenen Architektenwettbewerbs wurden bis 2014 zunächst die denkmalgeschützten Altbauten C, E und D (anteilig) für die Belange des Verteidigungsministeriums saniert und zusammen mit den Landschaftsarchitekten Levin Monsigny, Berlin der 1. Abschnitt der neuen Außenanlagen hergerichtet.

Auf dem nördlichen Teil des Grundstücks, direkt angrenzend an die Landesvertretung Baden-Württembergs und die Botschaften von Indien, Südafrika und Ägypten, wird ein Neubau, das sog. Bauteil F, auf nahezu unveränderter Grundfläche einer im Zuge vorbereitender Maßnahmen im Jahr 2010 abgebrochenen ehemaligen Reithalle aus den 1930er Jahren, errichtet.

Der Erweiterungsbau bildet sowohl funktional als auch formal den nördlichen Abschluss des Gesamtensembles. Dabei wird auf die Sichtachse der Sigismundstraße besonderen Wert gelegt. Unter Beachtung existierender Gebäudehöhen und denkmalschutzrelevanter Belange wird der kompakte, fünfgeschossige U – förmige Neubau mit dem benachbarten Altbau, Bauteil E verzahnt und an diesem ausgerichtet. Das künftige Leitungsgebäude wird über den vorhandenen Eingang im Ehrenhof und den Altbau erschlossen und erweitert das Ministerium um weitere 200 Arbeitsplätze. Am Übergang vom Alt- zum Neubau befindet sich ein von Tageslicht belichtetes Foyer, das sich aus den örtlichen Gegebenheiten auf spannende, aber sinnfällige Weise entwickelt und vielfältige Blickbeziehungen zwischen den Erschließungsebenen des Altbaus und dem viergeschossigen Innenhof des Neubaus bietet. Die Materialwahl sowohl der Fassade, ausgebildet als Wechselspiel zwischen Wärmedämmverbundsystem und geschosshohen Fenstern mit allseitiger Aluminiumblechverkleidung, als auch der Innenausstattung verspricht ein dem Ort und dem Inhalt angemessenes Gebäude. Die  Planung und Erstellung des Gebäudes wird den Anforderungen entsprechend des „Leitfadens nachhaltiges Bauen“ in vollem Umfang gerecht.

Die öffentliche Zugänglichkeit zum Bendlerblock beschränkt sich, über die Stauffenbergstraße, auf den Ehrenhof mit Gedenkstätte im Gebäudeteil D.

Pressemitteilung vom 24.06.2015

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